Kaufbeuren
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Weißwasser

DIETZ IST NICHT ZU GLAUBEN

ACHTER SIEG IN SERIE

Was mag Trainer Corey Neilson seinen Schützlingen in der zweiten Drittelpause erzählt haben? Jedenfalls entschieden unsere Jungs zum wiederholten Male nach den Matches z.B. gegen Crimmitschau, Deggendorf, Bayreuth oder Bietigheim ein Spiel im letzten, klar überlegen geführten Drittel.

Die Überraschung gab es zu Beginn: Nicht Olafr Schmidt stand im Füchse-Kasten, sondern Konstantin Kessler bekam das Vertrauen des Coaches. Und unser Hüter mit der Nummer eins musste gleich in der zweiten Minute das erste Mal eingreifen. Da zog Jere Laaksonen von halbrechts ab. Die Füchse störten zwar früh und wollten die Joker nicht ins Spiel kommen lassen. Aber schon in Minute drei klingelte es das erste Mal im Kasten der Lausitzer. Lässt man die „Regel der Alten und Weisen“ gelten, wonach der Torwart nur den ersten Schuss halten muss und der Rest Verteidigerarbeit ist, dann müssen sich unsere Defender an die Nase fassen. Joseph Lewis nutzte jedenfalls einen Abpraller von Tino Kessler, der einen Schuß auf die Brust bekam, den nicht festhalten konnte und so Lewis die Gelegenheit gab, aus kurzer Distanz zur Führung der Allgäuer einzuschieben. Die in Rot spielenden Kaufbeurer hatten gleich darauf die nächste Möglichkeit. Ein Puckverlust von Mychal Monteith im eigenen Drittel, der von gleich zwei Jokern attackiert wurde, konnte aber nicht genutzt werden. Als Jakub Kania kurz darauf wegen Behinderung auf die Strafbank musste, brannte es gleich lichterloh vor Kessler. Ein Schuss rutschte dem Torhüter zwar durch die Schoner, aber auch am kurzen Pfosten vorbei. Weitere Chancen der Joker waren erst einmal Mangelware, aber das sollte sich bald ändern. Die Füchse spielten in diesen ersten Minuten zwar mit, aber kamen nur äußerst selten vor das Tor von Stefan Vajs. Einen Schuss von Jeff Hayes musste der „Goalie des Jahres“ prallen lassen. Den Abpraller aber semmelte Jordan George völlig frei stehend über den Kasten. Diese Aktion wirkte wie der verspätete Startschuss. Drei Minuten danach zog Jakub Kania von der Blauen Linie ab und Feo Boiarchinov stand vor dem Tor der Joker goldrichtig. Er fälschte den Puck unhaltbar ins Gehäuse ab. Zweite Chance, erster Treffer: Das nennt man effektiv. Und weiter ging das muntere Spielchen. 11. Minute: Chance für Hayes, der allein Richtung Kaufbeurer Tor zieht, aber beim Abschluss durch einen Verteidiger in letzter Sekunde geblockt wird. Dann suchte der quirlige Wirbelwind mit einem Querpass den am langen Pfosten lauernden Feo Boiarchinov, der das Streitobjekt knapp verpasste. Das 2:1 für die Hausherren in der 14. Minute fiel, als einer der Heimischen, nämlich Denis Pfaffengut auf der Strafbank saß. Ein Befreiungsschlag aus dem eigenen Drittel fiel Max Schmidle genau auf den Schläger und der nutzte die Chance und überraschte Konstantin Kessler, dem die Scheibe durch die Schoner rutschte. Die Schlussphase des ersten Drittels hatte es jetzt in sich. Fabian Dietz, der Youngster fing einen Pass der Joker in der neutralen Zone ab und im Stile eines ganz Großen vollendete er zum 2:2. Dann dauerte es genau 47 Sekunden und Anders Eriksson drehte mit seinem Treffer in Überzahl - Philipp de Paly saß wegen Hakens auf dem Sünderbänkchen - die Partie. Wenn Abgeklärtheit einen neuen Namen hat, dann – Lausitzer Füchse.

Die zweite Periode begann mit zwei, drei guten Angriffen der Füchse. Aber keiner der Schüsse fand sein Ziel. Kaufbeuren nun stärker, wurde immer gefährlicher. Nun gab es viel Arbeit für Konstantin Kessler. In der 24. Minute zog Jeff Hayes eine kleine Strafe wegen Beinstellens. Das war für die Joker die Aufforderung, richtig Druck zu machen. Und es kam wie es kommen musste. Ossi Saarinen erzielte in der 25. Minute den Ausgleich. Auch hier sah Konstantin Kessler nicht so richtig gut aus. Er ließ einen Schuss nur kurz zur Seite prallen und Saarinen nutzte das. Gerade einmal vier Minuten später lag die Scheibe wieder im Füchse-Tor. Joseph Lewis netzte nach einem Zuspiel von Ossi Saarinen im kurzen Eck ein. Trainer Neilson entschied sich für einen Torhüterwechsel. Olafr Schmidt rückte zwischen die Pfosten. Warum auch immer, aber jetzt wurden die Füchse endlich wieder druckvoller. Allerdings passierte bis zur zweiten Sirene nichts mehr.

Das letzte Drittel sollte noch einiges bieten, zumindest den mitgereisten Füchse-Fans. Denn nun waren unsere Blau-Gelben so richtig in der Partie angekommen. Kurz nach Beginn gab es zwar eine Halbchance für Brandon Gracel. Das Tor machten aber die Füchse. Charly Jahnke wurde in der 42. Minute mustergültig von David Kuchejda bedient und hatte wenig Mühe zum 4:4 auszugleichen. Da hatten die Joker den Füchse-Stürmer völlig aus den Augen verloren. Unsere Jungs jetzt viel spritziger und energischer zu Werke gehend, erarbeiteten sich Chance um Chance. Aber Olafr Schmidt konnte sich über mangelnde Beschäftigung auch nicht beklagen. Die größte Möglichkeit zum Gastgeber-Treffer hatte zwei Mal hintereinander Jere Laaksonen, aber Verteidiger und Goalie der Füchse verhinderten einen Einschlag. Weisswasser - nun immer stärker - nutzte die nächstbeste Gelegenheit und ging wieder in Führung. Ein toller Querpass vor das Tor erreicht Fabian Dietz, der die Lücke in der Kaufbeurer Deckung erspähte und seinen zweiten Treffe des Abends machte. Doch damit noch nicht genug. Nur zehn Sekunden später kanonierte Charly Jahnke - ebenfalls das zweite Mal an diesem Abend - die Scheibe ins Tor: - 6:4. Die Joker schienen angeschlagen. Aber sie holten jetzt die Brechstange raus, was aber nichts mehr nützen sollte. Im Gegenteil: Unsere Blau-Gelben ließen über weite Strecken den "kleinen Schwarzen" in den eigen Reihen tanzen. Auch das „verVajste“ Tor und der zusätzliche sechste Feldspieler brachten den Allgäuern kein Erfolgserlebnis mehr. Die Füchse siegen und siegen, auch in Kaufbeuren. War das nun einer der "richtigen Gegner"

Derweil Frankfurt daheim gegen Bad Naheim Federn ließ (3:4), rette sich Ravensburg mit einem Tor in der Overtime noch zum 3:2 über Heilbronn. Bei einem Towerstars-Spiel weniger beträgt der Vorsprung unserer Lieblinge nun zwei Zähler auf die Schwaben und deren vier auf die Hessen.

Im Derby in Elbflorenz siegte der ETC Crimmitschau gegen die Hausherren mit 4:3.

In der Pressekonferenz nach dem Match im Allgäu stritten beide Coaches dann trefflich darüber, wer denn nun das wirklich bessere Team gewesen sei. Ein eigenes Bild über das Leistungsvermögen unserer Füchse kann sich der machen, der am Sonntag ab 17 Uhr im heimischen Fuchsbau der Schlacht gegen die Frankfurter Löwen beiwohnt.

Die Trainerstimmen

Andreas Brockmann: „ Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht. Wir haben alles probiert gegen eine bessere Mannschaft.“

Corey Neilson: „ Kaufbeuren hat ein gutes Team. Es war ein schnelles, gutes und hartes Spiel. Es war eine super Stimmung und unsere Fans waren toll. Wir sind froh, das Spiel gewonnen zu haben.“

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