DAS WUNDER ERZWINGEN

FÜCHSE DUELLIEREN SICH MIT DEN MÖGLICHEN PLAYDOWN-GEGNERN AUS CRIMMITSCHAU UND LANDSHUT

Das letzte Hauptrundenwochenende in der DEL2 steht für unsere Lausitzer Füchse unter dem Motto "Wunder oder Generalprobe". Einerseits sind die Blau-Gelben auf jede Menge Schützenhilfe angewiesen, um irgendwie trotz der vier Zähler Rückstand auf Kaufbeuren, Bietigheim und Dresden doch noch über den Strich auf Tabellenplatz zehn springen zu können. Andererseits wollten es die Spielplaner so, dass unsere Jungs zum Vorrunden-Halali ausgerechnet auf jene Teams treffen, die in den Playdowns die Kontrahenten sein würden. Das bedeutet Spannung und Nervenkitzel bis zum Schluss. Man stelle sich vor, die verbliebenen vier Mitbewerber um die Pre-Playoffs – oder zumindest zwei davon – würden patzen, und unsere Oberlausitzer machten ihre Hausaufgaben nicht… Und die sind unmissverständlich aufgegeben: Zwei Siege müssen her! Alles andere würde nicht nur jegliche Theorien im Keime ersticken, sondern zudem zur psychologischen Zusatzlast. Schon mit Blick auf das mögliche Wiedersehen in der Abstiegsrunde gilt es nämlich, Zeichen zu setzen. Und – ja: Fans und Umfeld sind bereit, ihre Lieblinge bis zur Selbstaufgabe zu unterstützen und zu den notwendigen Erfolgen zu tragen; an diesem Wochenende und auch danach. Ein Zuschauerschnitt von fast 2.500 Besuchern pro Partie zeigt die Verbundenheit mit einer Mannschaft, die – nicht nur, aber zumindest überwiegend – vor allem die möglichen und teils schon fast eingetüteten Resultate doch (noch) schuldig blieb. Mithin ist die Zeit für "Zaubereien" aller Art spätestens seit letztem Sonntag endgültig vorbei und ab sofort – egal in welchem Match und welcher Runde – Kompromisslosigkeit, unbedingte Gier, Höchsteinsatz ohne Selbstschonung und vor allem auch Effizienz gefragt. Jedenfalls haben die Füchse nun aber auch gar nichts mehr zu verschenken. Zudem ist es de facto auch Pflicht, die nun sechs Partien umfassende Auswärtserfolglosserie zu durchbrechen. Die Vorgabe von EHC-Geschäftsführer Dirk Rohrbach ist eindeutig: "Wir dürfen nur auf uns gucken und müssen sechs Punkte holen, um die Kontrahenten unter Druck zu setzen. Irgendwelche anderen 'Wörter' nehmen wir gegenwärtig nicht in den Mund."

Geht es darum, die Wochenendgegner vorzustellen, dann sei eingangs angemerkt, dass unsere Jungs aus den bisher je drei Partien gegen Crimmitschau und Landshut einen Sieg holten – am 27. Oktober 2019 wurden die Eispiraten mit 6:2 bezwungen. Und gegen Landshut gab es bei zwei 4:5-Niederlagen jeweils nach Verlängerung noch je einen Punkt. Überhaupt sind die Niederbayern der einzige Zweitligist, gegen den unsere Mannschaft in dieser Spielzeit noch nicht gewinnen konnte. Zeit wird's!

Doch zunächst geht es am Freitag (Spielbeginn ist 19.30 Uhr; am Wochenende werden alle Matches gleichzeitig angepfiffen) in den Sahnpark. Einen Tabellenletzten mit 62 Punkten nach 50 Spielen dürfte es noch nie gegeben haben. Das zeigt, wie eng die Liga ist; das belegt, wie stark selbst der Vierzehnte der DEL2 in dieser Saison aufgetreten ist. Der Wendepunkt für die lange nicht so erfolgreichen Pleißestädter kam am 12. Januar 2020 mit einem 5:2-Heimerfolg über Frankfurt, der eine Serie von fünf Siegen in Folge, darunter das 7:4 in unserem Bau, einläutete. Seither blieb der ETC an keinem Wochenende mehr ohne Punktgewinn und holte sich vier der folgenden neun Begegnungen. Am letzten Wochenende folgte einem 2:1-Heimsieg über Landshut ein 1:7 beim neuen Tabellenführer aus der Hessenmetropole. Kurz vor dem Schließen des Transferfensters wechselten mit Torhüter Patrik Cerveny und Stürmer Fyodor Kolupaylo noch zwei Cracks vom Kooperationspartner aus Bremerhaven fest zu den Rot-Weißen. Weil sich zudem das Lazarett zunehmend lichtete, wird Trainer Danny Naud wohl mit vier Reihen spielen können. Fraglich ist nur das Mitwirken von Lukas Vantuch. Top-Scorer ist Austin Fyten mit 42 Zählern (18 Tore/ 24 Assists), wobei auch Alexander Wideman (37 – 15/ 22), Patrick Pohl (37 – 16/21) und Adam Grygiel (35 – 18/ 17) gut punkteten. Insgesamt scheinen die Eispiraten ziemlich ausgeglichen besetzt und damit schwer ausrechenbar, wobei sie mit minus 38 die schlechteste Tordifferenz der Liga aufweisen, worauf es aber kaum ankommen dürfte.

Wenn am Sonntag "Herzenswünsche" im Fuchsbau erfüllt werden sollen, dann ist der EV Landshut mit Geschäftsführer Ralf Hantschke zu Gast. Das Spiel beginnt (Achtung! Achtung!) um 18.30 Uhr! Und so ganz viel von dem EVL vom Saisonstart ist im Vergleich zu jenem, der sich mit den Füchsen um die letzten drei Hauptrunden-Punkte streiten wird, nicht mehr übrig geblieben. Seit Januar 2020 führt Leif Carlsson statt Axel Kammerer Regie hinter der Bande. Neu – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – wurden geholt Dominik Bohac, Jeff Hayes, Matic Podlipink, Lukas Löfquist, Tomas Plihal und schlussendlich Torhüter Dimitri Pätzold. Nicht schlecht!!! Dennoch ist es den Cracks vom Gutenbergweg nicht mehr gelungen, noch in die Playoffs zu klettern. Insofern konnte man sich aber für die Playdowns entsprechend rüsten. Nun könnte man meinen, dass die aus der Drei-Helme-Stadt als Schlusslicht der Auswärtstabelle zu viel liegenließen. Aber Vorsicht: Bisher – und noch ist die Oper nicht aus – hat Landshut nur zwei Auswärtspunkte weniger geholt, als unsere Füchse! Was den Männern von Ralf Hantschke fehlte, war einerseits etwas mehr Konstanz und vermutlich auch ein wenig das Glück in engen Partien. Von den in diesem Jahr bestrittenen 17 Spielen endeten elf mit nur einem Tor Unterschied (an sich zwölf, nimmt man noch das nur nach empty net mit zwei Treffern Differenz ausgegangene Match dazu), wobei fünf Siege und sieben Niederlagen eingefahren wurden. Acht der zwölf so engen Begegnungen fanden den Gewinner erst nach der Zusatzschicht. Nicht nur in der Lausitz trauert man daher einer Menge vergebener Zähler nach. Zu oft wechselten sich Sieg und Niederlage – nicht immer direkt nacheinander – ab. So folgten zuletzt drei Spielgewinnen vor Wochenfrist die Spielverluste eben in Crimmitschau und daheim gegen Bayreuth (1:3). Auffallend war, dass in den vergangenen Matches fast nur die Top-Linie mit den Top-Scorern Mathieu Pompei (67 – 29/ 38) und Robbie Czarnik (62 – 26/ 36) sowie Tomas Plihal für Treffer sorgte. Fehlen werden dem EVL neben Josh McFadden und Christian Ettwein, für die die Saison wohl beendet ist, eventuell auch Jeff Hayes (Leiste) und Erik Gollenbeck (Gehirnerschütterung).

Unsere Mannschaft wird zumindest am Freitag wohl in der Besetzung vom Heilbronn-Spiel auflaufen. Ein Fragezeichen steht nur hinter dem Mitwirken von Philip Kuschel, der etwas „blessiert“ ist. Unter der Woche wurde in der Kabine der Ernst der Lage nochmals ausführlich besprochen. Das Gute für die Weißwasseraner ist, dass praktisch jedes Team in jedem Spiel noch Punkte benötigt, weshalb kein Zweitligist vorzeitig die Beine hochlegen kann. Also Jungs: Glaubt an Euch, glaubt an das Wunder – und krallt es Euch!

Das Anliegen des vorzeitigen Klassenerhaltes kann der Verein „Herzenswünsche Oberlausitz e.V.“ natürlich nicht erfüllen. Wie bereits gesondert kommuniziert, wird der Sonntags-Spieltag im Zeichen dieses Vereins stehen. Insbesondere die während des Duells mit dem EV Landshut laufende Versteigerung der extra zu diesem Match angefertigten Dresse sollte die Massen interessieren. Parallel läuft eine Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmark Spende (DKMS) und eine Informationsrunde der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO).

Spielleiter des Sachsenderbys am Freitag sind die Herren Roland Aumüller und Ruben Kapzan.

Am Sonntag in Weißwasser sind Razvan Gavrilas und Carsten Lenhart an den Trillerinstrumenten tätig.

SpradeTV, Radio WSW und der Liveticker übertragen jeweils.

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