DAS SOMMERINTERVIEW - CLARKE BREITKREUZ

„WENN DU NICHT MEISTER WERDEN WILLST, BIST DU FALSCH HIER!“

Nach Darcy Murphy und “Joey“ Keussen war Clarke Breitkreuz kurz vor seinem Urlaub bereit, dem Homepage-Team einige Fragen zu beantworten. Auch er kam vor einem Jahr nach Weißwasser und überzeugte in der letzten Saison. Obwohl er durch eine Gesichtsverletzung 12 Hauptrundenspiele der Füchse verpasste, reihte er sich in die Top-Scorer Liste der Füchse ganz oben mit ein. Der gebürtige Kanadier wird in der kommenden Saison mit seinen 27 Jahren schon zur „älteren Fraktion“ der Mannschaft gehören und will Verantwortung übernehmen.

Clarke, erst einmal herzlichen Glückwunsch zur letzten Saison. Ihr habt mit der Mannschaft eine tolle Hauptrunde gespielt und seid dann im Viertelfinale gegen Kaufbeuren ausgeschieden. Wie bilanzierst Du die letzte Spielzeit?

Clarke Breitkreuz: „Ich denke es war eine hervorragende Saison für uns. Die Erwartungen an uns wurden noch übertroffen. Das lag sicherlich auch daran, dass wir als Team sehr nah zusammen waren, obwohl es innerhalb der Mannschaft doch recht große Altersunterschiede gab, war das, glaube ich, unser Erfolgsrezept.“

Du bist ja, im Gegensatz zu den meisten anderen Spielern, nach dem Saisonende in der Stadt geblieben. Womit vertreibst Du Dir denn hier die Zeit?

Clarke Breitkreuz: „Also in Weißwasser bin ich noch, weil meine Frau in Spremberg im Krankenhaus arbeitet. Und ich mache eben momentan mein Trainingsprogramm von Chris Straube. Das mache ich übrigens zusammen mit Marius Schmidt und Tino Kessler. Mit beiden Spielern verbringe ich auch sonst viel Zeit. Wir gehen gemeinsam zu Veranstaltungen oder auch golfen. Ich fahre auch gerne an die schönen Seen hier in der Gegend und bin auch ab und zu mal in Dresden. Der Sommer hier ist sehr schön und die Zeit vergeht sehr schnell.“

Jetzt machst Du ja erst einmal Urlaub. Wo wirst du ihn verbringen?

Clarke Breitkreuz: „Wir fliegen jetzt am Sonntag nach Kanada und bleiben für drei bis vier Wochen. Ich freue mich schon sehr, weil meine ganze Familie da ist und mein Bruder mit der Frau und den beiden Kindern auch. Wir werden viel Zeit mit der Familie verbringen. Wir werden angeln gehen und golfen und meine Mutter feiert ihren 60. Geburtstag. Wir haben auch Karten für ein Spiel der American Football Serie. Am Ende ist noch die Hochzeit von Jeff Hayes und Brenna, wo wir eingeladen sind - und dort werden wir auch Chris Owens treffen.“

Du hast im letzten Jahr einen Vertrag über zwei Jahre in Weißwasser unterschrieben. Wie siehst Du Deine Entscheidung heute?

Clarke Breitkreuz: „Ich habe mich im Vorfeld natürlich über Weißwasser informiert. Und alle, mit denen ich gesprochen habe, sagten mir, dass es in Weißwasser sehr professionell und gut organisiert zugeht. Ich dachte mir auch, dass es mit den zwei Jahren für mich besser ist, da ich ja auch schon etwas älter bin und ein bisschen mehr Stabilität und Sicherheit brauche. Und meine Frau arbeitet ja, wie schon gesagt, in Spremberg. Ich bin sehr glücklich darüber, diese Entscheidung so getroffen zu haben, und uns gefällt es sehr gut hier."

Du hast in der letzten Saison insgesamt 34 Scorerpunkte gesammelt, dabei 18 Tore geschossen und 16 Vorlagen gegeben. Was ist Dein Erfolgsgeheimnis?

Clarke Breitkreuz: „Ich mag das einfache und körperbetonte Spiel und versuche immer, mit Zug zum Tor zu gehen. Ich spiele gern um das Tor herum und versuche, mich in eine gute Position zu bringen. Ich hatte sehr oft das Glück, dass die Pässe von Jordan George sehr genau vor das Tor kamen. Und ich konnte meine Stärke nutzen und dann das Tor machen. Für mich ist auch wichtig, die richtigen Mitspieler auf dem Eis zu haben, die mir gute Vorlagen geben, dann kann ich auch meine Chancen nutzen und viele Tore erzielen. Das ist, denke ich, meine Stärke.“

Die Mannschaft wird sich für die nächste Saison stark verändern. Es sind wieder viele junge Spieler im Kader. Du selbst gehörst ja eher schon zu denen mit größerer Erfahrung. Wie siehst Du Deine Rolle innerhalb der Mannschaft in der nächsten Saison?

Clarke Breitkreuz: „Ich denke, mein Rolle in der nächsten Saison sollte sein, einer der Führungsspieler zu werden. Ich habe viel gelernt in den letzten Jahren. Meistens durfte ich mit den Kapitänen in einer Reihe spielen, mit Patrick Jarret oder mit Anders Eriksson. Da konnte ich viel mitnehmen. Es war das ganze Auftreten auf dem Eis und auch abseits, der Umgang mit den anderen Spielern überhaupt. All das soll mir helfen, ein besserer Führungsspieler zu werden. Es ist wichtig, dass man schnell lernt, wann man etwas sagen kann und wann man besser ruhig ist. Und man sollte selbst mit guten Leistungen vorangehen, bevor man andere kritisiert.“

Viele Leistungsträger sind nicht mehr da. Jeff Hayes, Olafr Schmidt sind nach Ravensburg gewechselt, Chris Owens nach Bietigheim, Anders Eriksson ist auch nicht mehr hier. Dafür bleiben Joel Keussen und auch Jakub Kania in der Verteidigung. Beide haben in den Viertelfinals gefehlt. Wie wichtig sind für Dich solche Personalien?

Clarke Breitkreuz: „Es ist natürlich traurig, solche guten Mitspieler zu verlieren, zumal wir auch gute Freunde geworden sind. Aber Eishockey ist nun mal ein Geschäft und ich verstehe auch die Entscheidungen der Spieler und des Clubs. Ich wünsche allen viel Glück für die nächste Saison. Ich denke auch, dass wenn Jakub und Joel nicht ausgefallen wären, wir gute Chancen gehabt hätten, weiter als bis in das Viertelfinale zu kommen. Jakub ist ein Spieler, der seinen Körper gut einsetzt und das körperbetonte Spiel mag. Und Joel spielt sehr intelligent und ist technisch sehr stark. Ich freue mich darauf und bin schon ganz aufgeregt, wenn beide Jungs wieder gesund bei der Mannschaft sind.“

Mit der Verpflichtung von Darcy Murphy aus der englischen EIHL kommt der Top-Scorer der Liga nach Weißwasser. Ist er für Dich ein Konkurrent oder eher ein Ansporn, noch besser zu werden?

Clarke Breitkreuz: „Ich freue mich sehr, dass Darcy in der nächsten Saison in Weißwasser spielt. Ich sehe ihn keinesfalls als Konkurrenten, sondern als Bereicherung für unser Spiel. Er ist ein Spieler, der jeden im Team besser machen kann. Darcy und ich sind auch unterschiedliche Spieler, aber auch er muss sich in der DEL2 erst beweisen.“

Du warst ja erst kürzlich bei der Pressekonferenz zum Hockey Open Air in Dresden. Es ist für Dich bereits das zweite Mal, dass du bei einem Spiel unter freiem Himmel dabei bist. Wie waren deine ersten Eindrücke vom Stadion in Dresden? Immerhin dürfen wir über 30.000 Zuschauer erwarten.

Clarke Breitkreuz: „Ich war absolut überrascht und auch ein bisschen schockiert, aber positiv. Ich bin beeindruckt, wie organisiert das alles ist und ich bin sicher, es wird einfach toll werden. Ich freue mich auf das „Wintergame“, weil ich ja schon einmal das „Summergame“ mit Frankfurt gespielt habe. Aber ich denke, dass es im Winter noch besser und noch spezieller wird, weil die Atmosphäre noch besser sein wird.“

Was wünschst Du Dir für die kommende Saison? Was sind Deine persönlichen Ziele?

Clarke Breitkreuz: „Persönlich wünsche ich mir, dass wir weiter kommen, als bis zum Viertelfinale. Ich glaube, dass wir eine starke Mannschaft haben werden und nicht nur meine Ziele wichtig sind, sondern die Ziele von jedem Einzelnen. Es sollte das erste Ziel sein, die Meisterschaft zu gewinnen. Wir haben die gleichen Chancen, wie jedes andere Team in der Liga auch. Ich möchte immer die Meisterschaft gewinnen, und das sollte das Ziel auch von jedem anderen Spieler sein. Wenn du zum Beginn der Saison nicht das Ziel hast, Meister zu werden, dann bist du falsch in diesem Job. Ich möchte auch noch sagen, dass Corey Neilson und Dirk bisher eine sehr gute Arbeit gemacht haben, um für die nächste Saison die besten Bedingungen für uns zu schaffen.“

Inzwischen ist Clarke mit seiner Frau nach Kanada gereist und wir wünschen beiden einen erholsamen Urlaub!

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