AUF'S DACH GESTIEGEN!

NEUZUGANG MORITZ RAAB IM SOMMERINTERVIEW

Eigentlich könnte unser Neuzugang Moritz Raab einen "ostdeutschen Pass" beantragen. Denn die Mutter unseres viertjüngsten Spielers stammt aus Zwickau, der Vater aus Ost-Berlin. Doch noch vor der Geburt des nun 19-Jährigen zog die Familie nach Mannheim, wo der jetzige Verteidiger alle Nachwuchsstationen durchlief. In der letzten Ausgabe der EishockeyNEWS war Moritz mit Fallschirmen an den Beinen abgelichtet. Da schien endgültig die Zeit gekommen, den Youngster ausgiebig vorzustellen!


Servus, Moritz! Du rennst hier mit Fallschirmen durch die Gegend, guckst auch gar nicht entspannt. Wie blickst Du auf die ersten Wochen in Weißwasser zurück?
Moritz: "Ich blicke auf einige sehr anstrengende und intensive Wochen zurück mit viel hartem Training auf und auch neben dem Eis. Die Fallschirme an den Beinen bremsen dich zum Beispiel wirklich mächtig. Aber dennoch musst du rennen, so schnell du kannst. Das schlaucht. Aber wir hatten hier bisher auch jede Menge Spaß mit den Mannschaftskameraden. Das Trainingsniveau ist sehr hoch und wir vielen jungen Leute pushen uns täglich gegenseitig zu bestmöglichen Leistungen. Die Kleinstadt gefällt mir. Es ist alles sehr nahe beieinander und daher Vieles fußläufig erreichbar. Die Menschen hier waren bisher alle freundlich zu mir und ich mag die vielen Seen ringsum. Wenn es warm ist, findet man stets einen schönen Platz zur Abkühlung. Die Halle ist toll, das Eis ist super, die Kabine ist besser, als man es erhoffen durfte! Vielleicht sieht man es nicht, aber ich fühle es so, als hätte ich ständig ein Lächeln im Gesicht, weil ich auf dem richtigen Weg bin, meinen Traum zum Beruf zu machen.“ (guckt verschmitzt)

Als gebürtiger Mannheimer hast Du bis zur DNL stets für die Jungadler gespielt, bist dann im letzten Jahr aber während der Spielzeit zum Augsburger DNL-Team gewechselt und hast dann auch noch für Memmingen verteidigt. Wie kam das alles?
Moritz: „Vielleicht waren die Gleise in Mannheim doch zu eingefahren. Jedenfalls lief es für mich dort gar nicht mehr optimal und da habe ich mich zu dem Wechsel entschieden, um wieder zu meinem Spiel zu finden, mehr Eiszeit zu bekommen und wieder das nötige Selbstvertrauen zu tanken. Heute denke ich, es war der richtige Schritt. Nach Memmingen ging es dann, weil mir mein Augsburger DNL-Trainer empfahl, dort Spielpraxis zu sammeln.“

Was nimmst Du aus Deinen ersten vier Partien im Männerbereich mit?
Moritz: “Es geht dort alles viel schneller und man hat deshalb deutlich weniger Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Zudem habe ich gemerkt, dass Fehler doch schwerer wiegen, als noch in der DNL. Und vor allem musste ich erkennen, dass ich körperlich zulegen muss. Insofern war mein Sommer ziemlich anstrengend. Denn ich habe viel Krafttraining gemacht und so von 77 Kilogramm auf jetzt 85 aufgebaut.“

Spieler der Jungadler Mannheim starten ja oft in Heilbronn in die DEL2. Weshalb führt Dein Weg nun nach Weißwasser?
Moritz: „Ich bin ein echter Fan von der Art und Weise, wie bei den Füchsen junge Spieler gefördert werden, wie man ihnen Vertrauen und Eiszeiten schenkt. Mir gefällt auch, dass Weißwasser ein absoluter Traditionsverein ist mit einer starken Fanbasis und einer tollen Atmosphäre in der Eisarena. Über SpradeTV und Youtube habe ich mir eine Reihe Spiele meines neuen Clubs angeschaut – und war angetan! Das hat mir die Entscheidung leicht gemacht.“

Bis zur U18 warst Du Jugend-Nationalspieler, seither aber nicht mehr im Kader. Siehst Du die Füchse und die DEL2 auch als Sprungbrett zurück in die Auswahl?
Moritz: "Bei der U20 war ich für die letzten Testspiele in der Schweiz auf Abruf nominiert. Insofern ist die Nationalmannschaft noch in Sichtweite für mich. Vordergründig geht es mir aber darum, für die Lausitzer Füchse gute Spiele abzuliefern und in der DEL2 Fuß zu fassen. Gelingt mir das, dann kommt vielleicht auch wieder die Chance, international dabei zu sein."

Hast Du das Verteidiger-Handwerk eigentlich von der Pike auf gelernt?
Moritz: "Nein, bis zur U16 und dort im älteren Jahrgang war ich Stürmer. Mein damaliger Trainer Christian Lorsch fand mich defensiv ziemlich stark und hat mich nach hinten beordert. Seither spiele ich Verteidiger. Der Wechsel vom Angriff in die Defensive hat sich für mich durchaus ausgezahlt, meine Entwicklung aber zumindest nicht behindert..."

Mit welchen Zielen startest Du nun in Dein erstes DEL2-Jahr?
Moritz: „Ich möchte mich täglich weiterentwickeln, viel Eiszeit bekommen und schnell ein stabiler DEL2-Verteidiger werden. Vielleicht schaffe ich es dann auch noch in den WM-Kader der U20-Nationalmannschaft.“

Bei den Füchsen spielst Du mit der Nummer 47. Warum?
Moritz: „Da war ich zu langsam. An sich ist meine Nummer die 74 – das Geburtsjahr meines Vaters. Die aber hatte sich Ludwig Nirschl schon gesichert. Also habe ich meine Wunschzahl ‚gedreht‘…“

Man hört zwar in und um Mannheim viel von Saumagen und Wurstsalat. Aber ob das für diese Gegend dort typische Gerichte sind??? Falls ja, könntest Du die ja zum Einstand ausgeben!
Moritz: (lacht) "Was echt Spezielles gibt es in Mannheim nicht. Mein absolutes Lieblingsgericht ist Lasagne. Das würde ich sicher auch hinbekommen. Nur muss ich ja immer auf mein Körpergewicht achten. Also esse ich statt Lasagne jetzt eher viel Shrimps mit Reis."

Es geht die Geschichte, Du hättest im Sommer viel Höhenluft geatmet, ohne im Gebirge gewesen zu sein...
Moritz: (schmunzelt) „Ja, mein Vater ist Dachdecker. Und ich habe ihm regelmäßig geholfen. Daher sah mein Tagesablauf häufig so aus, dass ich von 6.30 Uhr bis 15.30 Uhr auf dem Dach war und eine Stunde später dann im Gym. Erschwerend kam noch hinzu, dass einzelne Kunden darauf bestanden, dass wir dort Masken zu tragen hatten, wenn wir durch das Haus liefen. Mein Sommertraining war also wirklich abwechslungsreich und intensiv...“

Dann sind die Einheiten mit unseren Coaches für Dich vielleicht nicht „zu schlimm“, so wie Du Dich vorbereitet hast… Moritz, das Homepageteam wünscht Dir bei uns nur gute Zeiten, bleibe verletzungsfrei und dann große Erfolge, falls es mal losgeht – was wir ja alle sehr hoffen!!!

Foto: Sport in Augsburg


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