˝HOCKEYTOWN˝ IM FUSSBALLSTADION

FREILUFTSPEKTAKEL BIETET GELEGENHEIT ZUR TRENDUMKEHR

Fast auf den Tag genau vier Jahre sind vergangen, seit es das Duell der Dresdner Eislöwen und der Lausitzer Füchse erstmals auf der ganz großen Bühne des Dynamo-Stadions gab. Bei aller Rivalität musste man dazumal neidlos anerkennen, dass man in der Landeshauptstadt ein wahrhaftes Top-Event auf die Beine gestellt hatte. Für alle Eishockey-Nostalgiker sei hier ein kurzer Blick zurück auf die Zahlen und Fakten vom 9. Januar 2016 gestattet:

Dresden vs. Weißwasser 4:3 n.V.

1:0 (3.) Marc Cullen (Petr Macholda) 5-4
1:1 (23.) Greg Classen (Thomas Götz) 4-5
2:1 (29.) Vladislav Filin (Harrison Reed, Kai Wissmann)
2:2 (47.) Florian Lüsch
3:2 (48.) Steven Rupprich (Marc Cullen)
3:3 (57.) Darren Haydar (Thomas Götz) 5-4
4:3 (63.) Mirko Sacher

Strafen: Dresden 4, Weißwasser 10
Schiedsrichter: Ralf Bidoul, Sascha Westrich
Zuschauer: 31.853

Wie schnelllebig die Zeit auch im schnellsten Mannschaftssport der Welt ist, zeigen die alten Statistiken zudem: Nur Steven Rupprich ist von den Tor-Protagonisten von damals auch diesmal noch am Start. Dazu hat Feodor Boiarchinov die Seiten gewechselt. Vor vier Jahren stand der Flügelstürmer noch in Blau-Weiß auf dem Eis. Und in Erinnerung geblieben ist zudem, dass die Winter-Derby-Kontrahenten dereinst jeweils mit recht "neuen" Coaches antraten: In Dresden hatte Bill Stewart gerade Thomas Popiesch abgelöst. Und in Weißwasser drehte sich das Trainerkarussell über den Jahreswechsel 2015/16 von Dirk Rohrbach über Peter Ihnacak zu Paul Gardner.

Derweil der Austausch auf der Übungsleiterbank in Elbflorenz diesmal schon im September 2019 über die Bühne ging, konnte man im Fuchsbau dem so prestigeträchtigen und öffentlichkeitswirksamen Duell am Samstag auch nicht wirklich entspannt entgegenfiebern. Mit zuletzt vier Niederlagen in Serie sind die Unsrigen inzwischen gar aus den Playoff-Rängen gerutscht. Und die Open-Air-Gastgeber haben einen einstigen 13-Punkte-Rückstand nicht nur aufgeholt, sondern in nun drei Zähler Vorsprung umgemünzt. Das bedeutet, dass das zweite DEL2-Freiluft-Spiel der laufenden Saison zwischen dem Zehnten und dem Elften der Liga ausgetragen wird. Spätestens da muss es gestattet sein, bei aller Euphorie und Vorfreude darauf hinzuweisen, dass es nicht nur um ein reines Eishockey-Spektakel, sondern auch um drei eminent wichtige Punkte geht. Seit dem 7:3-Erfolg in Weißwasser am 29. November 2019 haben die Landeshauptstädter zehn Partien bestritten, von denen sieben gewonnen wurden. Die EHC-Bilanz der letzten zehn Matches weist nur vier Siege aus. Kein Wunder also, dass Dresden bei den Buchmachern der Favorit ist – und nicht nur dort. Für einen Heimsieg lautet die Quote 1,83, für einen Auswärtssieg 3,24. Bei einem Remis nach 60 Minuten läge der Quotient bei 5,5.

Treten die Blau-Gelben als ein Team auf, bei dem jeder bereit ist, die Fehler des anderen auszubügeln, halten die Neilson-Schützlinge ihr Spiel einfach mit direktem Zug zum Tor und dennoch stabiler Defensive, dann ist die Revanche für die knappe Niederlage vor 48 Monaten garantiert keine Utopie.

Beim ersten Training in der samstäglichen Wettkampfstätte konnten unsere Jungs am Freitag schon etwas "Stallgeruch" aufnehmen. Mit dabei war auch Neuzugang Brad Ross, der direkt beim Open Air für die Oberlausitzer debütieren soll. Thomas Reichel hingegen musste auf die Übungseinheit verzichten, soll aber morgen unserem Team zur Verfügung stehen. Zudem steht das "absolute Freiluft-Monster" in den Füchse-Reihen: Feodor Boiarchinov. Für den 26-Jährigen wird es das dritte Match "oben ohne". Nach dem Sieg mit Dresden über Weißwasser im Januar 2016 gewann "Feo" im folgenden September das "Summer Game" mit Kassel in der Frankfurter Commerzbank-Arena gegen die Löwen (5:4 n.V.). Sollten da nicht aller guten Dinge drei sein? "Wenn ich auch beim dritten Event-Game siege, dann sollten alle Mannschaften, die so ein Spiel planen, über meine Verpflichtung nachdenken", hatte unsere Nummer acht schon unmittelbar nach Bekanntgabe, dass das Hockey Open Air zwischen Dresden und Weißwasser stattfinden würde, gescherzt. Nach dem ersten Training heuer wusste der Flügelflitzer zu berichten: "Es war ein mega-geiles Gefühl im Rudolf-Harbig-Stadion, aber sehr warm. Alle haben mächtig geschwitzt. Das Eis war allerdings überraschend gut. Ich habe das ja hier bereits einmal erlebt. Insofern ist es bissel komisch, nun auf der anderen Seite zu stehen. Ich freue mich auf die vielen Fans aus Weißwasser, aber auch auf die aus Dresden und Tschechien. Ich hoffe auf eine geile Stimmung und dass es schön laut wird." Und unser Kapitän Clarke Breitkreuz ließ verlauten: "Ich fühle mich sehr gut und finde es genial, dass wir hier sein dürfen. Ich denke, dass wir morgen alle ziemlich aufgeregt sein werden." Dabei ist auch der "Cruiser" open-air-erfahren. Er stand dereinst im Frankfurter Team, das den Huskies unterlag. Jedenfalls blickt ganz Eishockey-Deutschland am Samstag mit Spannung und Vorfreude auf das Eishockey-Großereignis in Dresden, von dem unsere Füchse ein wichtiger Teil sind.

Das sächsische Duell beginnt um 16 Uhr und steht unter der Leitung von Alfred Hascher und Christian Oswald.

Der MDR, Radio WSW und der Liveticker berichten.

Ab 19.30 Uhr stehen sich dann in einem Punktspiel der Tschechischen Extraliga Uwe Krupps Sparta Prag und der HC Verva Litvinov gegenüber. Mithin hält der Abend zweimal Spiele von Davids gegen Goliaths bereit.

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