Der Rohbau wächst langsam über die Baugrube hinaus. Bald wird die Außenfassade in Angriff genommen. Stirnrunzeln verursachen nur die jüngsten Vergaben.
Wer länger keinen Blick auf das Baugeschehen der Eishalle geworfen hat–per Baustellenkamera kann ja jeder fast jederzeit dabei sein–dem springt der Fortschritt sofort ins Auge: Klammerten sich die Außenwände des Baus auf der untersten Ebene bisher immer eng an die Baugrube, lugen zumindest die Schalungen nunmehr über den Rand der Grube hinaus.
Die Eishalle gewinnt Höhe. Einige der Zahnbalken für die Tribünen sind auch schon gesetzt, bestätigt Bauleiter Roland Ladusch den beobachteten Fortschritt. Darüber bauen die Kollegen von Hentschke Bau derzeit die Schalungen für die Decken, oder anders: für den Bodenbereich der Zuschauerebene. Ein Viertel davon ist bereits geschafft. Auch die Bodenplatte auf der untersten Ebene, also auf Höhe der zukünftigen Eisfläche, und der Technikbereich sind fertig. In den Ecken lassen sich sogar die Zugänge schon erkennen, sagt Bauamtsleiter Thomas Böse und zeigt nach links und rechts.
Weniger erfreulich gestaltet sich die jüngste Vergaberunde. Im April war Bewerbungsschluss für das zweite große Leistungspaket mit insgesamt elf Losen. Gestern vergab der Stadtrat die drei größten Aufträge (siehe Kasten). Alle lagen über den Kostenberechnungen. Zusammen machen sie immerhin 1,9 Millionen Euro des insgesamt 16 Millionen Euro schweren Bauvorhabens aus. Die gute Nachricht verkündete Thomas Böse aber noch bevor irgendjemand überhaupt nur auf die Idee kommen konnte, nach einer Beruhigungspille zu greifen: Insgesamt liegen die Vergaben immer noch über eine halbe Million, genau 694000 Euro, unter dem angesetzten Kostenniveau. Die restliche Lose werden im Juni vergeben.
Über die positive Entwicklung freut sich auch Torwartlegende Klaus Hirche. „Der Mann mit der schwarzen Maske“ dokumentierte gestern mit seiner Digitalkamera den Baufortschritt. Einmal im Jahr trifft er sich mit den alten Mannschaftskollegen von einst, wie Wolfgang Blümel oder Manfred Buder. Ihnen will er seine Dokumentation vorstellen. „Nur eines gefällt mir nicht: Im Traditionsraum wird gar kein Platz für meine Dokumentation sein“, klagte er. Hirche hat über die Geschichte des Eishockeys in Weißwasser allein von 1932 bis zur Wende sechs Ordner Material gesammelt.
Noch immer ist die Baufirma Hentschke Platzhirsch. Am 31. Juli soll der Stahlbauer Albrecht & Jäcker die nächste Firma sein, die ins Baugeschehen eingreift. Ein wichtiger Termin, hängt von ihm doch ab, ob die Eishalle mit oder ohne Dach überwintern wird. Thomas Böse gibt Entwarnung: „Kein Anlass zur Dramatik.“ Nach dem jetzigen Stand ist der Termin nicht gefährdet. |