Heiß statt Eis. Also, Herd statt Hockey. Am Sonnabend haben auf der Reinert Ranch ausländische Füchse-Profis die rund 50 Fans mit typischen kulinarischen Spezialitäten aus ihren Heimatländern überrascht. Natürlich selbst zubereitet.
Kurz nach 16 Uhr. Die Tafel ist gedeckt, die Spieler auf Position. Na dann, guten Appetit! Das erste „Drittel“ ist ein wahrer Sturmlauf der Füchse-Fans. Alle auf einen. Da hilft es ihm auch nicht, dass er sich vier, fünf Stunden „warm gemacht hat“. Der gefüllte kanadische Truthahn – von Füchse-Goalie Ryan MacDonald zubereitet – ist einfach zu lecker. Und der erste Gang macht Lust auf mehr.
Gut, dass das zweite „Drittel“ bereits nebenan wartet. Kapustnica, slowakische Sauerkrautsuppe. „Etwa zwei Stunden hat die Zubereitung gedauert“, verrät EHC-Stürmer Richard Hartmann. Von „Servier-Nebenmann“ Tomas Gulda gibt's dazu gleich ein Kompliment: „Richard ist der beste Koch im Team.“ Postwendend kommt dessen Antwort: „Nein, Tomas ist es. Schließlich ist sein Vater Metzger“. Beide lachen. Weil's ja eigentlich auch egal ist. Schließlich zählt etwas ganz anderes. „Das Weihnachtskochen ist eine schöne Sache und ein Dankeschön an unsere Fans“, meint Richard Hartmann. Das sieht Sebastian Klenner genau so. „Wir kochen zwar nicht mit, sind aber für unsere Anhänger da. Das ist uns sehr wichtig“, meint der Füchse-Kapitän. Autogrammwünsche erfüllen, miteinander reden. Und in die sportliche Zukunft blicken. Klenners Wunsch: „Siege, Siege, Siege.“ Raus aus der Talsohle, rein in die Erfolgsspur. „Schließlich ist unsere Mannschaft absolut intakt. Jeder gibt sein Bestes, ist motiviert“, zeigt sich der 34-Jährige optimistisch.
Dazu möchte auch Tomas Gulda seinen Beitrag leisten. Am Samstag bestreitet er das kulinarische dritte „Drittel“. Hier gibt's Schnitzel mit tschechischem Kartoffelsalat. „Der enthält mehr Gemüse und wird mit Tatarská, die ähnlich wie Mayonnaise schmeckt, verfeinert“, erzählt der 21-Jährige, der übrigens auch am Herd ein echter Profi ist. „Ich koche jeden Tag“, verrät Tomas Gulda. Zu Hause gibt's dann Bratkartoffeln, Kartoffelsalat, Steak, Gulasch oder Pancakes.
Letztere servieren Rory Rawlyk und Mike Forgie am Samstag, quasi nach den ersten drei Drittel in der „Overtime“. Die amerikanischen Eierkuchen will sich jetzt auch Fanrat Silko Hoffmann schmecken lassen. „Bis jetzt habe ich nur den Truthahn probiert. Der war fantastisch“, schwärmt er. Trotzdem ist für ihn natürlich ebenso die derzeitige sportliche Situation ein Thema.
„Die Jungs ärgern sich doch selbst am meisten. Und da sind auch wir jetzt als Fans gefordert. Früher haben die gegnerischen Mannschaften Respekt gehabt, im Fuchsbau zu spielen, weil es hier so laut war. Dieses Flair müssen wir wieder aufleben lassen. Denn nur gemeinsam schaffen wir den Erfolg“, appelliert Silko Hoffmann.
Die Gegner müssen ja dann nicht unbedingt so aussehen wie der MacDonald'sche Truthahn, von dem nach gut 60 Minuten kaum noch etwas übrig ist. Es reicht ja schon , wenn Ravensburg, Bietigheim, Crimmitschau & Co. ein „paar Federn lassen“. |