Lausitzer Füchse verzweifeln bei Bietigheims 4:2-Sieg am Steelers-Torwart
Zweites Spiel, zweiter Sieg - der Eishockey-Zweitligist Bietigheim Steelers setzt seinen Höhenflug auch in den Halbfinal-Playoffs fort. Am Sonntagabend landete das Brittig-Team einen 4:2-Erfolg in Weißwasser. So tritt eine Spitzenmannschaft auf. Selbst im mit 2210 Zuschauern gefüllten Fuchsbau der Lausitzer behielten die Steelers einen kühlen Kopf und bauten ihre Führung in der Best-of-Seven-Serie auf 2:0 aus. "Jetzt haben wir alle Trümpfe in unserer Hand", sagte Pressesprecher Oliver Mayer. Noch zwei Siege, dann hätten die Bietigheimer zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte das Playoff-Finale der Zweiten Bundesliga erreicht.
Nach vorne gepeitscht von ihren Fans, waren die Füchse in den ersten zehn Minuten allerdings das aktivere Team. Bereits nach 47 Sekunden feuerte Kenny Roche den ersten Schuss auf das von Sinisa Martinovic vorzüglich gehütete Gästetor ab. Auch in der dritten Minute war der Goalie bei einem erneuten Versuch von Roche hellwach.
Eine erste Duftmarke setzte der Favorit aus dem Schwäbischen in der sechsten Minute, als Doug Andress von der blauen Linie abzog. Steelers-Coach Christian Brittig hatte gegenüber dem ersten Spiel seinen Angriff variiert und auf die bewährten Reihen aus der Hauptrunde und dem Viertelfinale gegen Riessersee gesetzt: Statt Andrej Kaufmann spielte Dirk Wrobel neben Kasper Degn und Gregory Schmidt in der zweiten Angriffsreihe; dafür ging Kaufmann in der dritten Reihe mit Maximilian Seyller und Rene Schoofs auf Torjagd.
In Überzahl glückte den Bietigheimern in der zehnten Minute das 1:0: Stephane Robitaille zog von der blauen Linie ab, und Alexander Serikow fälschte den Puck ins Netz ab. Vier Minuten später hatte Kaufmann den zweiten Treffer auf dem Schläger. Der Stürmer scheiterte aber im Eins-gegen-Eins-Duell an Ryan MacDonald.
Unmittelbar nach der ersten Drittelpause wurden die Gäste kalt erwischt: 32 Sekunden waren im zweiten Durchgang erst gespielt, als die Ostdeutschen nach einem Bullygewinn durch Mike Sullivan den zu diesem Zeitpunkt überraschenden Ausgleich erzielten. Doch die Steelers zeigten sich davon unbeeindruckt und forcierten fast schon trotzig ihre Offensivbemühungen. Degn und Wrobel scheiterten mit Großchancen noch. In der 23. Minute durften die 100 mitgefahrenen Steelers-Anhänger dann wieder jubeln: Einen Schuss von Schoofs wehrte MacDonald noch mit einem Schoner ab, Seyller war zur Stelle und staubte zum 1:2 ab. Umstritten war das dritte Tor der Steelers. Nach einem Bandencheck blieb Füchse-Spieler Patrick Strauch im Bietigheimer Drittel zunächst liegen. Gerade als Schiedsrichter Stephan Bauer die Partie unterbrechen wollte und die Pfeife in den Mund nahm, erhob sich der Lausitzer Angreifer wieder. Den über Schmidt und Andress vorgetragenen Konter schloss Degn mit dem 3:1 ab. Es folgten wilde, aber vergebliche Proteste der Gastgeber. "Wenn nicht gepfiffen wird, heißt das für alle auf dem Eis: Es geht weiter", kommentierte Bietigheims Pressesprecher Oliver Mayer ungerührt die Szene.
Im letzten Drittel warfen die Füchse alles nach vorne. Phasenweise verteidigten vier Lausitzer, während ein Akteur in der neutralen Zone auf den Puck wartete. Fast im Sekundentakt prasselten Schüsse auf Martinovic nieder, doch der fischte wie eine Krake alles weg, was ihm vor den Helm kam. Nur bei einem Geschoss von Robert Bartlick, den Ervin Masek zum 2:3 abfälschte, war der Steelers-Goalie machtlos (51.). In der letzten Minute nahm Füchse-Coach Thomas Popiesch seinen Torwart vom Eis, was Justin Kelly eine Sekunde vor der Schlusssirene mit einem Schuss ins leere Tor zum 4:2 nutzte. |